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Sydney
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Wirtschaftsprofil

Im Jahr 2000 erfuhr die Tourismusbranche in Sydney durch die Olympischen Sommerspiele eine Hochkonjunktur und erzielte Einkünfte in Höhe von schätzungsweise sieben Milliarden australischen Dollar. Allein die aus der Olympiade resultierende Werbung für Sydney als Reiseziel wird auf über 600 Millionen A$ geschätzt. Es besteht außerdem kein Zweifel darüber, daß die Olympiade das Ansehen Sydneys in der Geschäftswelt erhöht hat. Heute wird die Stadt als ein ernstzunehmender Bewerber – neben Hongkong und Singapur – um die Stellung als wichtigstes Finanzzentrum im südlichen Asien- und Pazifikraum angesehen. Die Olympischen Spiele haben zusammen mit dem Kursverlust des australischen Dollars auch zu einem Anstieg der australischen Exporte um 26% geführt. Damalige Befürchtungen der Reservebank, daß der fallende Dollar zu einer Inflation führen könne, konnten jedoch zerstreut werden, da der Einzelhandel und der Importbereich die Auswirkungen bisher aufgefangen haben.

Dennoch gab es in Sydney nicht nur positive Entwicklungen. Das Ende der Olympiade und die Einführung einer neuen Umsatzsteuer (GST) am 1. Juli 2000 haben den künstlichen Boom in Sydneys Bauindustrie zum Stillstand gebracht. Viele Bauunternehmer schlossen Projekte noch schnell vor der Einführung der neuen Steuer ab, um einen Kostenanstieg um 10% zu vermeiden. Danach wurden viele Firmen aufgelöst. Das hat zu einem Anstieg der Arbeitslosenrate der Stadt von 4% im Jahr 1999 auf 5,2% im März 2001 geführt. Sie ist allerdings immer noch niedriger als die landesweite australische Arbeitslosenquote von 6,8%.

Sydney spielt weiterhin eine wichtige Rolle in der australischen Wirtschaft und trägt 221,4 Milliarden australische Dollar zum Bruttoinlandsprodukt von New South Wales bei. Die Stadt ist zweifellos Australiens Finanzzentrum, da 65% des australischen Finanzsektors hier angesiedelt sind, u.a. die Reserve Bank , die Australische Börse ( Australian Stock Exchange ) und die Terminbörse ( Sydney Futures Exchange ). Der Dienstleistungssektor, die herstellende Industrie sowie der Bergbau sind die Eckpfeiler von Sydneys Wirtschaft, und 80% des gesamten wirtschaftlichen Ertrags stammen aus dem Finanzbereich, der Immobilienbranche und dem Einzelhandel. Zu den internationalen Unternehmen, die hier ihren Hauptsitz für den Asien-/Pazifik-Raum haben, gehören u. a. 3M , AMP , British Telecom , Compuserve , News Corporation , Mitsui & Co Ltd , Boral Ltd , TNT Ltd und Price Waterhouse Coopers . Auch American Express , IBM , Coca-Cola , Unilever und HJ Heinz haben Büros in Sydney.

Geschäftsetikette

In Sydney arbeitet man hart, aber man weiß sich auch gut zu amüsieren und die Arbeitsatmosphäre ist dementsprechend informell. Während der Woche werden viele Geschäfte bei einer ausgedehnten Mahlzeit abgeschlossen, bei dem auch das eine oder andere Glas Wein oder Bier getrunken wird, und das Wochenende beginnt häufig schon ab Freitagmittag. Anzug oder Kostüm werden allgemein bei Geschäftsterminen getragen, allerdings ist man etwas lässiger als die formelleren Kollegen in Melbourne. In den Sommermonaten sieht man häufig auch Geschäftsmänner mit Bermudashorts und Anzugjacke sowie kurzärmeligen Hemden, mit oder ohne Krawatte. Die Geschäftszeiten sind normalerweise Mo-Fr von 09.00 bis 17.00 Uhr, in bestimmten Bereichen aber kann es jedoch auch vorkommen, daß mal bis spät in die Nacht gearbeitet wird oder über das Wochenende.

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