Ein Portrait über Australiens zeitgenössischen Dreamtime-Koch
Mark Olive alias “The Black Olive” ist Australiens erster Chefkoch aus den Reihen der Aborigines. Olive hat eine Leidenschaft dafür, die satten Farben und den erdigen Geschmack der jahrhundertealten Outback-Küche auf die Eßtische in ganz Australien und sogar rund um die Welt zu bringen. Sein Traum ist es, die wunderbaren natürlichen Zutaten des Outbacks in der alltäglichen Küche zu verwenden.
Mark Olives Faible für Kochen und gutes Essen begann schon in frühen Jahren, als er mit seiner Familie in Wollongong an der atemberaubend schönen Küste der Illawarra Region aufwuchs. Zusammen mit seiner Familie besuchte er regelmäßig deren Heimat in Bundjalung, Cabbage Tree Island und Casino in New South Wales, wo er seinen Tanten und seiner Mutter beim Kochen zusah. “Gelegentlich kochten sie mit traditionellen Lebensmitteln wie wattleseed (Akaziensamen) and lemon myrtle (Zitronenmyrte) und ich war davon fasziniert. Als ich die Schule verließ, wollte ich entweder Mechaniker oder Koch werden. Nach einem Praktikum in einer Küche entschied ich mich schließlich für das Kochen.”, so Olive.
In Wollongong lernte Mark Olive bei dem Italiener Rino Collechia, einem bemerkenswerten Koch, der Olives Leidenschaft für gutes Essen weiter verstärkte. Nach der Lehre kochte Olive vielerorts – in Klubs, Theaterrestaurants und A la carte-Restaurants sowie auf Hochzeiten und Geburtstagen.
Ende der Achtziger Jahre begann er bereits, mit sogenanntem Bush Food zu experientieren. Daraus sollte sich auch seine weitere Karriere entwickeln. Nach dem Tod seiner Mutter 1992 siedelte Olive nach Sydney über und sammelte dort weitere Erfahrungen in verschiedenen Küchen, bis er sich 1993 zu einem Exkurs vom Kochen zum Fernsehen entschloss. Dieser Schritt brachte eine neue Dimension und eröffnete Olive die Möglichkeit, seine beiden Talente erfolgreich zu kombinieren: Kochen und Kommunikation. Er absolvierte einen Aboriginal Filmkurs bei der Australian Film Television and Radio School (AFTRS) bei Uncle Lester Bostock und bekam 1995 einen Job in der Filmbranche bei Baz Lurhmann. 1996 wurde Mark Olive Chefkoch in seinem eigenen Restaurant ‘The Midden’ in Sydney, das Gerichte mit einheimischen Zutaten anbot. Das Restaurant existierte nur 18 Monate (“Es war der Zeit weit voraus”, meint Olive heute), doch Mark Olives Stern am Gourmethimmel begann seither zu steigen. Ein Jahr darauf brachte Olive eine Filmserie unter dem Titel ‘Shifting Sands’ heraus. Die von Olive adaptierte Kurzgeschichte ‘Passing Through’ wurde später auf nationalen und internationalen Festivals gezeigt. “Da wußte ich, dass ich die Film- und Fernsehbranche liebe”, sagt Olive. “Ich zog 1998 nach Melbourne, um einen Theaterkurs an der Swinburne University zu belegen, um das Schreiben und Präsentieren sowie das Setdesign zu erlernen und begann, das Konzept für eineAboriginal-Kochshow zu entwickeln”. 2001 erhielt Mark Olive vom Victorian College of the Arts (VCA) den Bachelor of Arts in Film and Television und war danach regelmäßig als Koch in der Serie ‘Message Stick’ des Senders ABC TV zu sehen. Seine eigene Sendung startete Mark Olive schließlich 2006 auf The Lifestyle Channel unter dem Titel The Outback Café – einer Mischung aus Lifestyle und Kochen, die Australien in einer bisher nicht bekannten Form zeigt: Aborigine-Gemeinden, abgelegene Orte, Bush Food und Restaurantküche.
Mark Olive entdeckt dabei für seine Zuschauer eine der ältesten überlebenden Kulturen und zeigt, wie Lebensmittel im Outback von einheimischen Aborigines gesammelt und zubereitet werden, die noch heute traditionell als Jäger und Sammler leben. Olive stellt seinem Publikum dabei Leckerbissen aus dem Outback vor wie etwa lemon myrtle (Zitronenmyrte), pepper leaf (Pfefferblatt), bush tomatoes (Buschtomaten) and bunya nuts (Bunya-Nüsse), um dann seine Fähigkeiten als Koch zu nutzen, um diese Köstlichkeiten in seiner Show zuzubereiten. Dabei mischt er den Geschmack des Outbacks mit asiatischen, italienischen und anderen internationalen Küchen, um dabei seine eigene neuartige Fusion Food mit erstaunlichen Kreationen zu schaffen.
2007 schloß Olive sich der Indigenous Roadshow des Australischen Fremdenverkehrsamtes Tourism Australia an und besuchte Toronto, London, Mailand, Paris, Utrecht und Berlin. Er richtete Dinner-Veranstaltungen aus, die auf bemerkenswerte Resonanz stießen. Für Toronto, München und Berlin erdachte er spezielle Menüs einer neuen australischen Küche, die nichts gemein hat mit dem Vorurteil, in Down Under gäbe es nur Meat Pie und Bier. Nach seiner Rückkehr verbrachte Olive einige Zeit in abgelegenen einheimischen Communities, hielt wochenlange Workshops mit den Ältesten, um verloren gegangenes Kochwissen wieder zu entdecken und die Aborigines im Gegenzug über Ernährung zu informieren und mit den Kindern der Gemeinde zu arbeiten.
Momentan dreht Olive die zweite Staffel von The Outback Café und ist wieder einmal dabei, die Vielfalt der Aborigines zu entdecken, Inspirationen zu schöpfen und neue Kochtechniken sowie den Gebrauch vergessener Zutaten zu studieren, die in Australien heimisch sind.
Mehr Infos unter www.theoutbackcafe.com
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